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Geschrieben von tk
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Mittwoch, 17. September 2008 |
Lösungen? Nein. Ich beschränke mich darauf, hier eine kurze Anekdote mit anzuführen: Damals, so wie heute und deswegen ins Präsens geschoben, arbeite ich an einem großen Projekt. Eigentlich ist es nicht so groß, man sagt das nur immer, wenn man befragt wird, so wie man immer lügen muss, wenn man befragt wird, wer sind sie, wird man gefragt, eine Frage, die man selbst ohne den Stressfaktor des Live-Agierens nicht beantworten kann, wer sind sie, man wählt irgendeine Eigenschaft aus, die man gerade in diesem Augenblick für recht zutreffend erachtet, Gernot, ich bin Gernot, steht dann auf gleichem Blatt wie ich bin Zahnbürstenfetischist, die Projekte wachsen und Schrumpfen mit der Befragung, die Befragung ist kein adäquates Mittel, sich einem Projekt zu nähern, Fragen setzen die Passform auf das unbekannte Terrain, man steckt schon rein, was man herausbekommen wird, natürlich gibt es auch den Fall, dass man nichts hineinsteckt, schon allein aus dem Grund, da man nicht weiß, was herauskommen könnte, was wiederum zur folge hat, dass irgendwas herauskommt, womit man überhaupt nichts anfangen kann, ich bin Gernot, hallo, getan ist dadurch jedenfalls noch nichts, man steht da und bastelt mit den Fingerspitzen an der nächsten Frage, nein, besser ist es, wenn man sich zum Schweigen durchringen kann, natürlich ist es ein angenehmes Gefühl, wenn die Worte über die Zungenspitze fallen, ein glottales L den Gaumen befriedigt, klar, kennt man, die Entbehrung war schon immer eine werbetechnische Katastrophe, aber Projekte stehen da auch nicht hintan, ich habe da ein Projekt, und bitte erzähle uns davon nicht, wir wollen es nicht wissen, ein Projekt ist kein Ausdruck des Fragmentarischen, ein Projekt ist nicht einmal ein fragmentarischer Ausdruck, ein Projekt ist der Kartoffeldruck unter den Aussagen über eine Tätigkeit oder noch schlimmer eines Plans, du, ich plane da ne ganz große Sache, tolles Projekt, nicht, ich werde en Grand Canyon in eine Reihenhaussiedlung umbauen, mehr, dieser wird mich, lassen wir das, Gernot muss schweigen, wir hatten ehemals ein Projekt, an dem wir heute noch sitzen, nichts ungewöhnliches für eine Geschichte dieses Ausmaßes, Gernot übernimmt die Geraden, ich die Ungeraden, hätte jetzt auch umgekehrt sein können, aber wie immer, man muss einfach Entscheidungen treffen, wir haben sie getroffen, besser gesagt, Gernot hat sie getroffen, war so verabredet, wir haben gelost, wer wählen darf, ich habe verloren, Gernot hat gesagt, wenn einer von uns gewählt hat, ist noch nicht viel geschehen, er lag richtig, ob man jetzt viel weiter ist als ehemals, mag eine interessante Frage sein, aber wir stellen sie uns nicht, man braucht nicht unbedingt einen Grund, sagt der Gernot, wichtig ist doch nur, ob man sich versteht, reaktionär, fragt mich der Gernot, vielleicht werden wir irgendwann mal tauschen, denke ich, dann bekommt er die Ungeraden.
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