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Kann man damit Geld verdienen?
Geschrieben von tk   
Samstag, 26. Januar 2008

Ich will es hier mal ganz deutlich und unmissverständlich sagen: Ich weiß es nicht. D.h. ich will die Möglichkeit nicht ausschließen, dass irgendwo irgendwann irgendwelche Menschen Geld damit verdienen, d.h. ich selbst kann es für mich nur theoretisch in eine Möglichkeitsabwägung mit einbeziehen, d.h. viele Menschen sind bemüht, wenige gewogen, d.h. es handelt sich hier eigentlich um einen Metadiskurs, der im Gewand der normalen Sprache auftritt – immer wieder diese Bühnenmetaphern, d.h. eigentlich ist das eine Frage aus unendlich theoretischen Bereichen und nicht aus diesem Weltraum, d.h. eine Entität kommt selten allein, denkt sich der C*-Algebraiker, aber was weiß der schon übers Geldverdienen, d.h. die Frage ist unzulässig und wir können uns genüsslich wider den wirklich wichtigen Dingen im Leben zuwenden. Warum geben Menschen Geld? Kommt der Marx daher und sagt: Kenn ich! Man hat mir auch immer wieder diese Frage gestellt, hier lesen sie nach, hier zum Beispiel die Stelle mit den Waren, und da er noch ganz vergnügt in seinen gesammelten Schriften in Festtagseinband herumliest erscheint plötzlich auch die Ober-(auch merkwürdig, dass der Komparativ in so ansprechendem Gewande daher kommt)-Aufsichtsbehörde und verkündet fröhlich: So geht’s nicht. Marxen also ab, und wir bleiben auf unserem Goethen und der Frage an sich sitzen. Wie nun? Der Jüngling hat sich einem reinigenden Bad unterzogen, ätherische Öle aufgetragen, schreibt nun seine zarten Gedichtzeilen an das geliebte Wesen: Mumu, lesen wir da, wie ein Wald, also wie die Blätter im Wald, so im Herbst, falle auch ich immer wieder auf meine vorderen Kauwerkzeuge. Mumu, mein Mondwesen, mögest mir mein Mund mannhaft melken. Nicht welken. Mumu! Jede Zeile ’n Säckel Kohle, faksimiliert und mit Autogramm vom Meister höchsteigentlich. Keiner weiß den Wahnsinn so gut zu deuten wie der Schatzmeister. Wenn man sich also an ein Gradmesser der Literarisierung macht, so ist man bei der Asche schon auf der richtigen Spur. Aschenputtel, kennt man. Vergesst die linken Schuhe, wir gründeln einfach den schwarzen Zeichen hinterher. Und wem ’s in der Seele wehtut, der ist einfach zu weich für diese Welt. Nein, ich setze mich persönlich für den schnöden Mammon ein, der fürderhin nicht mehr Mammon genannt werden mag. Ein Gedicht für eine Terrassenüberdachung, ein Dramolett für den Sportwagen unterm Carport. Die Eingangshalle haben wir mit einem kritischen Beitrag im Esquire neu gestrichen, das Vestibül trägt den Farbton des letzten Radiobeitrags über die Romantik, ach ja und die Romantrilogie hat unser Anwesen im Tessin finanziert. Jede Zeile ein Kontoauszug, jeder Abschnitt eine Überweisung, nehmen sie auch gedeckte Tragödien, nein, also bei uns kann man nur mit Bestsellern zahlen. Sie zahlen mit ihrem guten Namen, wie, sie sind neu in der Stadt, Jünglingsgedichte und Alterswerke können wir leider nicht in Zahlung nehmen.           

 
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© 2010 Thomas Kurze
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