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Impression
Geschrieben von tk   
Montag, 20. Oktober 2008
Der Moment ist gekommen, da man sich besser in den Nebel verzieht, die Klarheit hinter sich lassend, kalte Formen gegen diffuses Licht austauscht. Freunde stehen vielleicht noch am Rande, winken ein letztes Mal, dann verschwindet man in der Unscheinbarkeit. Nein, hier ist keineswegs Trübsalblasen angesagt, vielmehr sind es getragene Rhythmen, die nun eine Orientierung erlauben. Es ist gerade das Undurchsichtige, das Klarheit erlaubt. Das Auge wird nicht mehr getäuscht durch Formen, und wenn doch, dann sind es derer so viele gegensätzlicher Ausprägung , dass selbst der Hartnäckigste die Idee der Echtheit weit hinter sich lassen müsste. Die Tageszeit? Schwer zu sagen. Die Lichtstreuung lässt darauf schließen, dass wir so gegen 5 Uhr am Morgen haben, in jedem Fall ist es ein angenehm kühler Wind, der dazu einlädt, die Jacke fester an sich zu ziehen und einen schrägen Gedanken dabei nicht nur zu formulieren, sondern diesen auch auszuhalten. Und da ist er auch schon: Erst der Oberkörper, später auch die Beine, die dem Gleichgewicht nachgeben und so nach vorne gehen, die sengende Hitze auf dem Hinterkopf sträubt sich gegen jede Art der Nachlässigkeit. Nichts als sandiger Weg liegt in eine Richtung. Und doch so unterschiedlich: Jeder Wüstenabschnitt offeriert einen neuen Aspekt einer ansonsten kaum variierbaren Durststrecke. Was sage ich? In jedem einzelnen Moment käme hier niemand auf den Gedanken, dass sich tatsächlich etwas wiederholt, denn wer weiß mehr als derjenige, der mit der mit der Repetition zu kämpfen hat. Am Ende sterben wieder die Üblichen: dümmliche Honoren, die den Weg zum Oasenfest wieder nicht rechtzeitig gefunden haben. Sie liegen dann im Sand rum, japsen und fantasieren etwas von wegen der Äquivalenz der Sand- und der Eiswüste. Weggefährten winken abseits der Loipen, endlich Ruhe auf einer geraden Einbahnstraße. Und schon wieder will sich die Melancholie nicht einstellen, was ja jeder hätte vermuten mögen, der sich mit dem Ausbleiben der Zielsetzung auskennt. Der Wind zieht stramm zwischen Ohransatz und weiter Haaridee vorbei, gewährleistend, dass niemand auf falsche Gedanken kommt. Da ist der Moment vorbei, und alle sind froh ob der Unentscheidbarkeit – nur einer kneift die Augen kurz zusammen.           
 
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© 2010 Thomas Kurze
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