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Das Ich als letzte Zuflucht im Text |
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Geschrieben von tk
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Donnerstag, 14. Januar 2010 |
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Da rennen Figuren, fremde, im Text rum, der eigene, und die Gefahr ist nicht gerade gering zu nennen, dass man sich so verliert, hoppla, denkt man da auch gleich, und wenn man dann nicht auch sofort einen Anker zur Hand hat, mit dem man sich aus der verqueren Situation retten kann, nu, da können zumindest sehr fremde Dinge mit einem, respektive mit dem Text vor ich gehen, Dinge, wie man sie vielleicht aus anderen Texten kennt, bei denen mn sich fragt, na, da ist wohl sicherlich etwas schiefgelaufen, oder, und also lässt man es gar nicht erst soweit kommen, legt Anker bereit, große, schwere, jedem Sturm gewachsen, so groß, dass man sie im Nebel in jedem Fall wird erkennen können, und all das gleich zu Beginn, bitte schön, denn wie gesagt, wie schnell befindet man sich im Taumel einer solchen Bewegung, und riskieren will man nun mal überhaupt nichts, es steht ja schließlich auch sehr viel auf dem Spiel, irgendwie, der Mensch vielleicht, der eigene, das Ich als Ganzes und in seiner Diversität, überhaupt schwierig die Sache mit dem Schreiben, aber wenn man einmal angefangen hat, kann man ja schließlich nicht einfach mittendrin den Stift hinlegen und sagen, so das war es, denn was sollte denn wirklich gewesen sein, was könnte in dem ersten Moment, da man den Stift noch auf den Punkt gesetzt hält noch nicht erledigt sein, was dann und unmittelbar danach einen Faktor der Beendigung aufweißt, die Figuren stehen schließlich nach wie vor auf der Syntax und harren der Bedeutung, da gibt es keine Beendigung, ja, nicht einmal einen Fortschritt, vielmehr die fortlaufende Beharrung des Gegenwärtigen, da könnte man jetzt natürlich denken, da gibt es dann 2 Möglichkeiten, entweder, und erst zu spät wird man erkennen, dass das bereits die erste Option ist, so dass man die zweite auch aus dem Grund verpassen wird, da man sich vergebens an die erste wird erinnern wollen, so dass dann auch diese zweite verloren ist, Schreiben ist ein Verlust, der Text geht verloren, die Figuren schreiben sich in diesen ein, poff, es gab ja schon mal die Überlegung, das Ganze dann doch sein zu lassen, aber wahrscheinlich gab es mehr Argumente, die einen solchen Rückzug als ungünstig erscheinen haben lassen, al ich zunächst angenommen hätte, und so sitzt man denn da und versucht wenigstens den Faden nicht zu verlieren, alles aber bitte keinen Faden, denkt man, den Faden wirst du doch behalten, nicht wahr, nur den Faden, diesen einen, und der Text beginnt sich langsam auszubreiten und so sind dann auch gleich ganze Zeilen da, und man ist damit beschäftigt, den Faden im Auge zu behalten, konzentriere dich, das wird doch jetzt hoffentlich gehen, und dann tritt die erste Figur auf, ein Laborangestellter niedriger Gehaltsklasse, und man denkt, nee, oder, der Text wird einem fremd und der Faden scheint gar nicht mehr so leicht im Auge zu behalten sein, wie man das gerade eben noch dachte, und dann ein Laborangestellter, manche Texte zeichnen sich ja dadurch aus, dass man kein Wort von ihnen entfernen kann, um nicht zugleich den gesamten Text zu sprengen, dieser Text zeichnet sich dadurch aus, dass kein Wort, aber auch so überhaupt keines im Text verbleiben darf, denn sonst implodiert er, einfach so, man versucht ja, eine gewisse Distanz zu wahren, aber wenn der Faden erst einmal zu verschwinden droht, da muss man sich doch einbringen, muss man, bringe dich ein, ich bringe Ich ein und viel bleibt dann nicht mehr, aber der Faden kann ja dann auch schließlich sehr kurz ausfallen.
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