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Geschrieben von tk
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Samstag, 27. September 2008 |
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Eines Tages ist es dann soweit: Der Herr streicht sich die angegrauten Haare aus dem Gesicht, blickt gegen die Sonne, kneift die Augen zusammen, erkennt eine Silhouette, kneift stärker, einige Menschen lassen sich gegen den Widerschein ausmachen, man wirkt geschäftig, souverän, die Aufforderung nun zu gehen wird sich in ein Muster aus weiteren Anmeldungen und Ausführungen der nächsten Jahre fügen – das Ganze dauert nicht länger als ein paar Sekunden, tritt nichtsdestotrotz sehr professionell in Erscheinung. Der Herr erhebt sich aus seinem Liegestuhl, man hört faselnde Anbieter von Miettretbooten unten am Kai, die Ära des Herrn ist Vergangenheit, sobald die Uniformierten ihm die Handschellen angelegt haben (nun, das wird wohl nicht nötig sein, aber es ist Vorschrift, wer sagt denn, dass man die Vorschrift nicht umgehen kann, Gesetze brechen, was heißt hier Gesetze, was heißt hier brechen, es geht um Auslegung – man kennt das, immer die gleichen Dialoge, am Ende wird der Held doch in Handschellen abgeführt [weinende Schöne am Rand inklusive]). Doch erst jetzt beginnt ein schier unüberblickbarer Kampf mit den Indizien, Fakten, dem ganzen alten Kram, der dazu geführt hat, dass der Herr heute zwar gefasst, letztlich jedoch noch nicht dingfest gemacht werden kann. In ruhigen Minuten ist den untersuchenden Beamten klar, dass dieser Mensch, so wie er jetzt auf dem schäbigen Stuhl in der Amtstube sitzt, mehr ihr Leben beeinflusst hat als sie das seine. Was ist geschehen, fragten sich einige. Meist fängt es dann an zu regnen (was sonst). Der Mensch findet sich immer in der Illusion des Augenblicks, ganz besonders dann, wenn er vom „Menschen“ spricht, und so ist die Stimmung an diesem Dienstagabend eher gedrückt als feierlich ob des großen Erfolgs, den man mit der Ergreifung verzeichnen kann. Natürlich hört der Regen auch über die nächsten Tage hinweg auf, die Stadt droht in den Wassermengen unterzugehen. Und so kommt es wie es kommen muss und eines Tages – genauer gesagt drei Tage nach der Ergreifung der verdächtigen Person: Der Herr wird wieder freigelassen, fährt sich mit der linken Hand locker durch die leicht angegrauten Haare, blinzelt in die Sonne, grüßt freundlich und verschwindet an der Piazza di Marina Piccola in einem Straßencafé. |
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Geschrieben von tk
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Sonntag, 28. September 2008 |
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Auf drei weitere kann man unter diesen Gesichtspunkten unter gar keinen Umständen verzichten. Da treten also Gundel, Fipsy, Harald und Lindegard an den Tisch und behaupten von sich, sie seinen die gewünschten. Was aber, so raunt es unter den Kanten, habt ihr den Menschen denn zu sagen, so dass eure Eignung für diesen Job als hinreichend betrachtet werden kann. Und also ward es Gundel, die leuchtend von der glorreichen Vergangenheit zu berichten weiß: Mensch, so ihre Ausführung, war doch ne tolle Sache, oder, hat doch alles immer funktioniert, ich hätte damals als letzte darauf gewettet, dass die Sachen durchgehen, aber he, war doch gar nicht so schlimm, ich meine, die paar Verluste, wo Späne sind, da sind auch andere Späne, sage ich immer, und jetzt könnt ihr doch einfach mal uns für euer Unternehmen, was sage ich, unser, es ist bereits das unsere, also fast euch ein Herz und sagt, hoppla, war ich gar nicht dran? Als sie aber solches sprach, wollte auch Fipsy nicht hintan stehen, und erhub ihre Stimme wie angezeigt: Ja, nehmt andere, bitte, ich kann es eh nicht mehr ertragen, dass wir uns dem ewigen Gezeter bei den Bewerbungsgesprächen aussetzen müssen, ich meine, wir sind wer, wir haben uns längst einen Namen gemacht, warum sollten wir uns jetzt immer wieder den Geschichten aussetzen, irgendwann muss doch mal Schluss sein, es muss schließlich irgendeinen Grund geben, weswegen es überhaupt eine Vergangenheit gibt. Harald und Lindegard unterdes jedoch zeigten nicht die gleiche Muse, sich mit derlei Werk auseinander zu setzen und also ging der Job an diesem Tage flöten. Die Drei sind hernach nie wieder unter diesem Namen in Erscheinung getreten. |
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