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Gerade Texte (prestissimo)
Geschrieben von tk   
Freitag, 26. September 2008
Nur nicht anecken oder auch kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten in beide Richtungen unendlich verlängert oder auch der Versuch die bestehende Ordnung mit einem Blick zu erhaschen oder auch heilsbringende Botschaften direkt von oben oder auch ein Satz ohne üfp oder auch Tausende von Elefanten auf einer gemütlichen Reisetour durchs östliche Afrika oder auch verbotene Handlungen der unangenehmen Art in gleichbleibendem Abstand zur sogenannten Normalität oder auch verflixte immer wiederkehrende Misslagen mit denen man gerne protzt die man aber nicht gerne selbst erlebt oder auch Akrobaten auf einer Leiter oder auch Akrobaten auf einem Trapez oder auch Akrobaten in der Umkleidekabine schön aufgereiht und mit unanständigen Witzen auf den Lippen oder auch die Telefonistin mit einem guten Draht zu den Dingen, die man eventuell als wichtig bezeichnen kann oder auch ein religiöses Terzett WUF WAF und WUF oder auch viele Töne auf einer Notenlinie oder auch viele Töne auf vielen Notenlinien oder auch ein Versuch in der Welt das zu erreichen was es einfach zu erreichen gilt und dabei ganz schön nein nicht es läuft alles gut so wie es immer gut läuft man muss schließlich nur daran glauben und wir glauben alle ganz fest daran was also soll der ganze Ärger oder auch ich habe nicht davon gesprochen dass du abbiegen sollst oder auch die Geschichte von Helmut dem Diskuswerfer eines Tages Helmut musste sich wohl gerade zu den sogenannten Adoleszenten rechnen tritt Helmut in den Kreis der freudig erregten Diskuswerfer das war zunächst nicht zu erwarten denn eigentlich hatte es Helmut bisher eher mit den Leuten vom Busfahren so gehalten dass Diskuswerfen nicht in Betracht kommt jetzt aber und umso erstaunlicher Diskuswerfen und Helmut dreht sich elegant eine halbe Runde und ach reden wir nicht drüber oder auch die Kante eines Kontoauszugs oder auch die Blicke der Menschen au dem achten Stock oder auch die Blicke der Menschen  aus dem vierten Stock oder auch die Blicke der Menschen die weder im achten noch im vierten Stock wohnen die man aber aufgrund dessen sofort erkennt oder auch der letzte wirklich der allerletzte Ausweg kennt man kommt genau dann wenn jeder einfach davon ausgehen muss dass jetzt wirklich Schluss ist jupidupidu i’m singin’ in th’ ra’n oder auch es gibt so viele Momente die man am Besten aus dem Gedächtnis oder noch besser aus der linken Hosentasche streichen müsste jetzt ist aber und dann nichts wie weg damit vorbei aus oder auch Ende.
 
Bewertungsprofil
Geschrieben von tk   
Samstag, 27. September 2008
Eines Tages ist es dann soweit: Der Herr streicht sich die angegrauten Haare aus dem Gesicht, blickt gegen die Sonne, kneift die Augen zusammen, erkennt eine Silhouette, kneift stärker, einige Menschen lassen sich gegen den Widerschein ausmachen, man wirkt geschäftig, souverän, die Aufforderung nun zu gehen wird sich in ein Muster aus weiteren Anmeldungen und Ausführungen der nächsten Jahre fügen – das Ganze dauert nicht länger als ein paar Sekunden, tritt nichtsdestotrotz sehr professionell in Erscheinung. Der Herr erhebt sich aus seinem Liegestuhl, man hört faselnde Anbieter von Miettretbooten unten am Kai, die Ära des Herrn ist Vergangenheit, sobald die Uniformierten ihm die Handschellen angelegt haben (nun, das wird wohl nicht nötig sein, aber es ist Vorschrift, wer sagt denn, dass man die Vorschrift nicht umgehen kann, Gesetze brechen, was heißt hier Gesetze, was heißt hier brechen, es geht um Auslegung – man kennt das, immer die gleichen Dialoge, am Ende wird der Held doch in Handschellen abgeführt [weinende Schöne am Rand inklusive]). Doch erst jetzt beginnt ein schier unüberblickbarer Kampf mit den Indizien, Fakten, dem ganzen alten Kram, der dazu geführt hat, dass der Herr heute zwar gefasst, letztlich jedoch noch nicht dingfest gemacht werden kann. In ruhigen Minuten ist den untersuchenden Beamten klar, dass dieser Mensch, so wie er jetzt auf dem schäbigen Stuhl in der Amtstube sitzt, mehr ihr Leben beeinflusst hat als sie das seine. Was ist geschehen, fragten sich einige. Meist fängt es dann an zu regnen (was sonst). Der Mensch findet sich immer in der Illusion des Augenblicks, ganz besonders dann, wenn er vom „Menschen“ spricht, und so ist die Stimmung an diesem Dienstagabend eher gedrückt als feierlich ob des großen Erfolgs, den man mit der Ergreifung verzeichnen kann. Natürlich hört der Regen auch über die nächsten Tage hinweg auf, die Stadt droht in den Wassermengen unterzugehen. Und so kommt es wie es kommen muss und eines Tages – genauer gesagt drei Tage nach der Ergreifung der verdächtigen Person: Der Herr wird wieder freigelassen, fährt sich mit der linken Hand locker durch die leicht angegrauten Haare, blinzelt in die Sonne, grüßt freundlich und verschwindet an der Piazza di Marina Piccola in einem Straßencafé.  
 
GFHL
Geschrieben von tk   
Sonntag, 28. September 2008
Auf drei weitere kann man unter diesen Gesichtspunkten unter gar keinen Umständen verzichten. Da treten also Gundel, Fipsy, Harald und Lindegard an den Tisch und behaupten von sich, sie seinen die gewünschten. Was aber, so raunt es unter den Kanten, habt ihr den Menschen denn zu sagen, so dass eure Eignung für diesen Job als hinreichend betrachtet werden kann. Und also ward es Gundel, die leuchtend von der glorreichen Vergangenheit zu berichten weiß: Mensch, so ihre Ausführung, war doch ne tolle Sache, oder, hat doch alles immer funktioniert, ich hätte damals als letzte darauf gewettet, dass die Sachen durchgehen, aber he, war doch gar nicht so schlimm, ich meine, die paar Verluste, wo Späne sind, da sind auch andere Späne, sage ich immer, und jetzt könnt ihr doch einfach mal uns für euer Unternehmen, was sage ich, unser, es ist bereits das unsere, also fast euch ein Herz und sagt, hoppla, war ich gar nicht dran? Als sie aber solches sprach, wollte auch Fipsy nicht hintan stehen, und erhub ihre Stimme wie angezeigt: Ja, nehmt andere, bitte, ich kann es eh nicht mehr ertragen, dass wir uns dem ewigen Gezeter bei den Bewerbungsgesprächen aussetzen müssen, ich meine, wir sind wer, wir haben uns längst einen Namen gemacht, warum sollten wir uns jetzt immer wieder den Geschichten aussetzen, irgendwann muss doch mal Schluss sein, es muss schließlich irgendeinen Grund geben, weswegen es überhaupt eine Vergangenheit gibt. Harald und Lindegard unterdes jedoch zeigten nicht die gleiche Muse, sich mit derlei Werk auseinander zu setzen und also ging der Job an diesem Tage flöten. Die Drei sind hernach nie wieder unter diesem Namen in Erscheinung getreten.          

 

 
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