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Geschrieben von tk
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Samstag, 4. Oktober 2008 |
Zunächst steht also das Wort da, Waffelmüller, und da ist der Mensch, dem wir das ganze zu verdanken haben, und von nun an werden die beiden unzertrennlich ein. Ein gutgelaunter Waffelmüller betritt einen Bereich auf dem Stück Papier, sodass der Mensch in nichts nachstehen möchte. Die Beziehungen Waffelmüllers zu seinen Kollegen sind kompliziert, aber strukturiert und deswegen durchaus nachvollziehbar; der Mensch hat es eine zeitlang versucht, Mensch, sagt er mehr zu Waffelmüller als zu sich selbst, manchmal wünschte ich mir, wir könnten die Rollen tauschen. Und da Waffelmüller nun mal so gar nicht ob der Experimentierfreude unlustig ist, setzen sie den angedachten Plan in die Tat um, das wird das letzte Mal sein, dass man von Waffelmüller gehört haben wird. Dem Menschen geht es unterdes auch nicht unbedingt unproblematisch, denn, so sagt es schon ein altes, aber sehr schönes Sprichwort, wer sich mit den Begriffen einlässt, der wird nicht mit den Dingen aufwachen. Und also zeigt sich der Mensch von seiner galanten Art, packt die Realität in feine Säckchen, die er feinsäuberlich an einem fast unsichtbaren Fädchen aufwickelt, dann geht er eine viertel Stunde nach Süden, steigt in den Bus der Linie 42, an der Endhaltestelle steigt er aus und findet die Bewaldung gleich hinter den Fabrikanlagen (später wird man sich fragen, ob das eine gute Wahl gewesen ist), und bereits nach einem kurzen Fußmarsch und 3 Abzweigungen schlägt er einen Haken, durchbricht das Unterholz und findet eine Lichtung. Dort endlich angekommen spannt er den Faden zwischen zwei sich gegenüberliegenden Eiben bis die Säckchen frei dem Spiel des Windes ausgesetzt sind. Ein Kritiker hat hierüber den Begriff des Fadens mit den Säckchen mit den Realitäten geprägt, soweit will jedoch niemand gehen. Also springt einem der Versuch ins Auge, ob es heute überhaupt noch möglich ist, die reale Welt und die reale Beschreibung in Einklang zu bringen, da doch Waffelmüller fort und der Mensch im Unterholz der Begriffe verstrickt ist. Man weiß es nicht, aber es ist so oder so schade, denn der Waffelmüller mit dem Mensch haben zusammen eine derart gute Figur gemacht, in ihrem graumelierten Zweireiher, den stechenden, nichtsdestotrotz warmherzigen Augen und den formidablen Lederhalbschuhen, die sich in Relativsätzen nur schwer beschreiben lassen, wobei der Vergleich mit einem sehr teuren Schuh keineswegs zu scheuen wäre – aber wie gesagt, es sind immer nur Beispiele einer großen Kunst. |
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Geschrieben von tk
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Sonntag, 5. Oktober 2008 |
Nun geht Wilhelm die Treppe nach oben, ganz rauf, da geht ein Gang nach rechts, ein anderer nach links, Wilhelm entscheidet sich für den nach rechts, er geht den Gang entlang, vorbei an Vitrinen, darin einige Objekte, die ihn nichts angehen, er geht weiter zu einer Kaffeemaschine, neben der Kaffeemaschine findet er eine Tür, die er öffnet, nachdem er geklopft und Hallo gerufen hat, noch bevor die geöffnete Tür das dahinter versteckte Interieur preisgibt, hört auch Wilhelm ein Hallo, was ihn aber nicht weiter abschreckt, er findet Wilhelm in einem Sessel, manch einer möchte meinen, dass er es sich gemütlich gemacht hat, aber das ist aus dieser Perspektive nicht eindeutig festzustellen, die beiden begrüßen sich, indem sie ein aHalloHallo zum besten geben, Wilhelm bedeutet Wilhelm, dass er sich gerade mit ein kniffligen Sache auseinandersetzt, einer sehr kniffligen, wie er betont, und Wilhelm ist einigermaßen schwer beeindruckt, sag mir, so Wilhelm, wie es überhaupt soweit hat kommen können, und Wilhelm holt weit und schmucklos aus, da klopft es gänzlich unvermittelt an der Tür und Wilhelm lässt für einen Bruchteil einer Sekunde, auf jeden Fall sehr kurz, wie es Wilhelm später ausdrücken wird, den Kopf für die beiden erkennen, ohne dass die Zeit dafür geblieben wäre, jetzt irgendetwas zu sagen, da ist er nämlich schon wieder verschwunden, um nach wenigen Sekunden erneut den Kopf hinter der Tür zu zeigen, dieses Mal zumindest jedoch solange um ein Hallo und ein Ich komme gleich! mit anzufügen, bevor er abermals verschwunden ist. Er wird doch jetzt nicht fern bleiben, denken die beiden Hinterbliebenen, und Wilhelm hat sich längst aus seinem Sessel erhoben, um nun endgültig nicht mehr als gemütlich missverstanden zu werden, da klopft es erneut, beide rufenHalloHaHHHH Hallo, und Wilhelm betritt mit einem unverschämt breiten Grinsen den Raum, in der Hand eine Tasse Kaffee. Ich habe die Lösung. hört man Wilhelm sagen und zunächst ist es nicht auszumachen, ob jetzt Wilhelm oder Wilhelm die größte Verwunderung auf ihren Gesichtern erkennen lassen, genaugenommen ist weder der eine noch der andere wirklich gesichtlich bewegt, fast regungslos, ja teilnahmslos, da hebt Wilhelm an und berichtet Wilhelm, dass ihm Willhelm soeben mitgeteilt hat, dass er ich mit einer kniffligen Sache auseinandersetzt, und Wilhelm erspart es sich und den anderen nicht, sofort nachzusetzen und ein sehr knifflig mit hintan zufügen. Doch dieses Mal möchte man die Verwunderung eher auf Wilhelms Seite verorten, der mit einem Hallo in die nächste Runde geht, und wegen der offensichtlichen Begriffsstutzigkeit seiner Kollegen wortlos das Zimmer verlässt, wohin ihm Wilhelm nachfolgt, sodass sich nun Wilhelm nach der ganzen Aufregung getrost wieder seinem kniffligen Problem widmen kann. |
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Geschrieben von tk
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Montag, 6. Oktober 2008 |
Es ist Zeit die Auseinandersetzung zu beenden, sagen wir auszusetzen, man sollte die Auseinandersetzung aussetzen, man muss, es führt kein Weg daran vorbei, man kann sich noch so sehr in die Bedingungen der Möglichkeit hineinversetzen, irgendwann ist Schluss, vorbei, Ende, man geht mit übernächtigten Augen wieder auf die Straße, die Ampeln vollführen ihren Dienst, ohne dass diesen irgendwer in Anspruch nehmen möchte, es ist dieser leicht nieselnde Augenblick, den jeder kennt, der weiß, dass es jetzt nicht mehr weitergeht, nehmen wir an, Wolfram P. hat sich einen großen Coup gegönnt, ein herausragendes Ergebnis, eine schwindelnde Leistung, nehmen wir weiter an, Wolfram P. wird von seinen Freunden 1 und 2 diesbezüglich auf Händen getragen. Man feiert, sagen wir lange, und wenn sich Wolfram P. dann in den Dämmermomenten des anbrechenden Tages durch die Nässe nach Hause aufmachen wird, wird er wissen, dass damit die Auseinandersetzung einem unbedingten Ende entgegen geht, ja, der Zenit nicht nur vorüber, vielmehr alles bereits der Vergangenheit angehört. Jetzt gibt es Menschen in der irischen Grafschaft Kerry, die behaupten, das gibt es nicht, so kann man nicht auf eine Situation reagieren, da man sie ansonsten gänzlich missversteht. Erst in letzter Zeit ist es einem internationalen Forscherteam gelungen, diese Menschen, wenn schon nicht vom Gegenteil zu überzeugen, so zumindest jedoch ihre bisherige Position mit Zweifel zu behaften. Natürlich liegt es nahe in diesem Zusammenhang an den alten Prok zu denken. Der alte Prok – nicht der Festland-, vielmehr der Inselprok – muss sich wohl in den frühen 60ern aus seiner äußerst lukrativen Stellung innerhalb eines Miedereinzelhandelgeschäftes zurückgezogen haben, Ich gehe jetzt, hat der alte, der damals noch gar nicht so alte, aufgrund seiner durch den stetigen Konsum der Pharisäer aufgerauten Stimme und des leicht gebeugten Ganges jedoch schon damals als alt postulierte Prok gesagt, und dann ist er hinten aus dem Dorf gegangen, und dann hat niemand im Dorf etwas über den alten Prok gehört, jahrelang, alle dachten, wenn der man nich dot is, aber glücklicherweise ist niemand eine Wette daraufhin eingegangen, und so ist der alte Prok als alter Mann auf einmal wieder aufgetaucht, das heißt, er ist nicht aufgetaucht, die Menschen sind bei ihm auf seiner Hütte an der Nordküste wieder aufgetaucht, dort, wo sonst niemand hinkommt, jetzt war jemand hingekommen, und also waren die Menschen wieder bei dem alten Prok, und der hat aber gesagt, dass alles ganz anders ist, bestimmt, aber er will es gar nicht wissen und darüber eine Auseinandersetzung führen, und die Menschen haben immer aber gesagt, und der alte Prok hat gesagt, dass er darüber keine Auseinandersetzung führen möchte und das selbst diese Auseinandersetzung schon zuviel ist, und so sind die Menschen wieder aus dem Leben des alten Prok verschunden, zum 2. Mal und heute weiß niemand mehr etwas über den alten Prok, denn erstens lohnt sich die Auseinandersetzung nicht wirklich und zweitens kommt eh nie jemand an die Nordküste. |
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