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Brutalität und Verletzlichkeit
Geschrieben von tk   
Montag, 4. Februar 2008
Es gibt Worte, die, spricht man sie aus, einem die Unterlippe zerfetzen. Ich will sie jetzt hier nicht nennen, zu gefährlich. Es gibt Worte, die, werden sie nur gedacht, einem Kopfschmerzen bereiten. Auch hiervon möchte ich an dieser Stelle Abstand nehmen, sie in ihrer Wirkung zur Geltung zu bringen. Was ist das, die Gewalt der Worte? So könnte ich beispielsweise zu jemandem Honigtopf sagen und dieser Jemand bricht in Tränen aus. Andere weinen vielleicht bei der Kenntnisnahme von Trendsetter oder Meeresrauschen. Oft ist es das Kompositum, was erst richtig gefährlich wird: elektrische Zahnbürste mag den einen oder anderen umhauen, wohingegen weder das Elektrische noch die Zahnbürste je als bösartig aufgetreten ist. Wie kommt es also, dass aus einem guten, oder sagen wir, wenigstens neutralen Wort, plötzlich ein Schlächter wird? Da kommt eine Halskrause so mir nichts dir nichts dahergetrabt, es sind schöne Momente, Durchschnittstemperatur warme 27°. Und eh man es sich versieht zeigt sie ihr wahres Gesicht und entpuppt sich als HALSKRAUSE – wer kann solches schon ahnen. In der Evolutionsgeschichte der Wörter (die, nebenbei bemerkt, streng von der  ihr zwar durchaus schon verwandten, jedoch gerade durch die feinen Unterschiede so gänzlich verschiedenen Etymologie unterschieden werden muss) gibt es keinen wirklichen Bruch, einen Zeitpunkt von dem aus man schlichtweg davon ausgehen muss, dass man ab dann keine netten Worte mehr finden kann – die Übergänge sind fließend; sie verstehen: der Weiße und der Blaue Nil. Hat man sich in den Wust der Überlegungen erst einmal eingedacht, gewinnen die Worte schnell ihren Eigencharakter. Jawohl, sie haben richtig gehört. Es gibt feine genetisch determinierende Momente des Bösen bei Worten. Es ist nicht auf den ersten Blick zu sehen, vielleicht braucht es auch erhebliche Übung, vielleicht sogar Talent, um ad hoc entscheiden zu können, ob und wenn dann welchen Grundcharakter ein Wort besitzt. Nehmen wir also das Wort – und sie verstehen schon, ich greife jetzt zufällig in das Potpourri aus Satzgliedern und Wortgemengen – Serviettenhalter und lassen es auf uns wirken. Ich gebe ihnen eine Minute, um das Wort Serviettenhalter auf sich wirken zu lassen, sagen wir, ab jetzt, o.k., nein, die Zeit läuft schon, ist jetzt egal, wenn ein paar Sekunden fehlen, geht doch nur ums Prinzip, ums Prinzi-hip, natürlich um die Wirkung, sagen wir eben um beides. Und, sie können aufhören, nein, nicht zuviel Wirkung, nicht, also ich übernehme keine Verantwortung, hallo, wenn sie jetzt nicht augenblicklich, ich muss sie jetzt bitten, ich befehle es ihnen, ich gehe jetzt, das ist mir zu blöd, dann heißt’s hinterher wieder, da schau mal, das ist doch der, der ... nee, nee, kenne ich.      
 
Menschen, nachgekämmt
Geschrieben von tk   
Sonntag, 3. Februar 2008
Vor langer, langer, vor sehr, und wieder heben die Gehirne hab, die Ganglien und landen in einer Zeit, die, habe ich eigentlich schon einmal davon erzählt, dass ich jemanden kannte, der, doch das gehört wohl nicht hierher, passt nicht, sagt man, man sagt, dass es nicht passt, und meint aber eigentlich, dass es einem selbst nicht, du, ich habe Kopfschmerzen, es passt mir momentan so überhaupt, die Menschen unterscheiden nicht mehr zwischen dem Außen und dem, wie sagt man, vor sehr sehr langer Zeit, also weit vor dem, was wir eigentlich denken können, nehmen wir an, wir könnten uns in eine Zeit versetzen, die soweit hinter all dem läge, was wir zu denken in der Lage, nein, wir müssen nicht übertreiben, müssen nicht, aber wollen, wir wollen heute einmal übertreiben, verstehen sie, es ist unser sogenannter freier Wille und unser sogenannter demokratischer, egal, wir sind Meister der Übertreibung, immer gewesen, in zunehmendem Maße, in immer gesteigerter Form, auch hierin immer die Übertreibung, ein Meister der Übertretung in allen Dingen, von Geschmack kann in diesem Zusammenhang ganz und gar nicht die Rede, verstehen sie, wir wollen uns nicht darauf einlassen, aber ein Leben am Rande, sagen wir, in Superlativen, jawohl, es ist ein Leben in, und da kann man sehr wohl auch mal über die Stränge schlagen und, ja nehmen wir das Bespiel der Zeitüberschreitung, ich denke mich jetzt, meine Damen und Herren, schauen sie mich an und erleben sie mit mir, wie ich mich in eine Zeit hineinversetze, die so weit vor all dem liegt, was wir nicht anders denn als undenkbar bezeichnen müssen, er denkt sich in undenkbare Zeiten hinein, ein Tausendsassa ohnehin, aber jetzt hat er sich selbst übertroffen, in sich einen Meister gefunden, und, hast du in dir selbst einen Meister gefunden, aber auf solche Fragen, solch lächerliche Fragen, warum sollte ich, nennt mir einen Grund, weshalb ich auf solch lächerlich Fragen eingehen sollte, ich warte bis heute, ich, während ich mich in undenkbare Zeiten hineinversetze, merke ich meinen Unwillen darüber, auf solche Fragen eingehen zu wollen, hallo, hallo, ich begebe mich jetzt also auf di Reise, auf die, verstehen sie, auf di virtuelle Reise, eine reine Kopfgeburt, mein Kopf begibt sich auf eine rein virtuelle Reise, eine reine Kopfgeburt, ich denke mich an den Anfang, sagen wir, aller Dinge, ja, nehmen wir an, ich werde mich jetzt an den Anfang aller Dinge, oder Menschen, n den Anfang aller Menschen, nur als Gedankenexperiment sozusagen, wenn ich mich jetzt an den Anfang, viele sagen ja, das geht nicht, aber die meisten Menschen geben eh zu früh auf, das geht nicht, das geht doch nicht, sie können doch nicht, sie sagen, sie können doch nicht, und meinen, das ich nicht kann, das man nicht kann, das niemand kann, das geht doch nicht, aber ich begebe mich jetzt an den Anfang aller Dinge, respektive aller Menschen und muss feststellen, also, wenn ich mich an den Anfang, dann müsste ich feststellen, also da muss ich feststellen, dass ich vieles anders machen würde, zum Glück aber fragt mich ja niemand.       
 
Beginnende Manifestation
Geschrieben von tk   
Samstag, 2. Februar 2008
Negativ: Denken wir uns einen Zeitpunkt, sagen wir, vor einer gestürmten, besser gedrängten Epoche. Wie schön sind die Momente, die man jetzt genießen kann, jetzt, da wir nicht mehr gezwungen sind, alles so dermaßen, wie sagt man, intensiv zu erleben? Der Oberfläche wird endlich der ihr gebührende Raum gegeben, und he, ich hab’s nicht erfunden. Nicht ich, ausnahmsweise einmal nicht ich, da können sie mir noch so viele Versicherungspolicen vor die Nase halten – ich bleibe dabei: Ich hab’s nicht erfunden. Wie genießen wir den Ford ohne den Friedrich, ja, nehmen wir ruhig einmal, ich meine, man fragt mich ständig danach, warum ich so wenige Beispiele, bitte schön, hier habt ihr euer Beispiel, der Ford ohne den Friedrich. Nein, keineswegs, nein, nicht umgekehrt, die Uhren laufen auch nicht rückwärts, die Kausalkette stürzt sich einfach in die Fluten des Vorherigen, trickreich, müsste man vielleicht denken, aber das ist eh nur ein alter, also wenn jetzt der Ford ohne den Friedrich, jetzt haben sie mal vertrauen, das hat schon alles seine Richtigkeit, ja, e h, ja doch, ich weiß, schon klar, richtig, der eine ist vor dem anderen, weswegen der eine, ganz genau, keinen Einfluss auf diesen, aber wir, verstehen sie, wir sind ja noch weiter, wie, ja, hinten, wenn sie so wollen, da muss man sich dann schon anstrengen, um den ursprünglichen, verstehen sie, wir haben immer noch die Brillengläser der Zwischenzeit, nein, das ist nur ein Bild, ich sehe selbst, dass sie keine Brille, schon, aber nur, wenn ich meine Brille aufsetze, kleiner Scherz, nein, ich meine das durchaus, jetzt zeigen sie doch mal ein wenig Vertrauen, wie man das, wie man’s, wie sagt man, spricht, V E  R T R A U E N, was ich sagen, nein mit V, nicht mit, wieso mit f, sehen sie, der Ford, also der wirkliche Ford, kennen wir, denkt jeder, kenne ich doch, man hört, der Ford, und denkt sich, kenne ich, aber weit gefehlt, man kennt, wie, nein mit f, kommt von fehlen, fehlen mit f, nicht mit Vogel f, mit f, wie, na sag schon, Ford, genau, Ford oder Friedrich, ha, das ist jetzt mal, sehen sie, wir sind so borniert, und sind überhaupt nicht mehr in der Lage, die f’s vor lauter Vögel zu sehen, ja, hm, also das ist eigentlich eine ganz schlimme, verstehen sie, es geht ja schließlich um etwas, kennt man, ja genau, die Wurst, sagen manche, es geht um die, wäre eigentlich schön, wenn wir den Ford mal ganz unverblümt sehen könnten, nein, nicht wirklich, nur so, was er gemacht hat, Kunst halt. Es geht eh immer alles um Kunst, immer, glaub mir, ja, ja, egal, es geht eh immer um Kunst, ach die mit ihrer Hydraulik, glaub mal nicht alles, was sich dir hier bietet, die reden viel, wenn, nee, das sage ich jetzt nicht, sonst gehöre ich auch noch dazu, gehört man auf einmal selbst dazu, ohne dass man es gewollt hätte, bin ich dumm, denke eh nur an die Kunst, selbst, das kannste mir glauben, ich denke selbst dann an die Kunst, wenn die anfangen, über Kunst zu reden.    
 
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