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Geschrieben von tk
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Sonntag, 13. Januar 2008 |
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Endlich etwas, worüber es sich zu sprechen lohnt. Endlich weg von den störenden Elementen und Querulanten, kommt nur aus eurer Ecke, ein galanter Wink der rechten Hand zum Gegner, komm Junge; Junge? – Das Gehirn ist einfach schon so mit Filmsequenzen vollgemüllt, dass ein Reden aus dem Off eigentlich gar nicht mehr möglich ist. Denken wir uns also versuchsweise, wenn auch wahrscheinlich so gänzlich vergebens, den Moment herbei, in dem die Kamerastative gerade auf der Lieferwagenablage verstaut werden, Cut und aus, und wir zwei beiden gehen einfach noch mal auf Anfang, go: While I was walking down the B-block, a crude shit happen to me .... Diese dunklen Souterrain-Etablissements mit Namen wie The Green Garden oder Uploaded, auf deren Bühnen junge Menschen ihre Vision von einer gelungenen Vorabendunterhaltung abgeben. Sie stehen mit leicht gebeugtem Oberkörper in fahlem Oberlicht und blättern laut die Worte ihrer Gedichte mit Titeln wie A bad day oder Mom aus dem Unterkiefer und ihrem zwischen den zittrigen Fingern verwurstelten Papieren. ... Bitte? Falsches Kapitel? Also noch mal, auf Anfang, go: Flow, endlich etwas worüber es sich zu sprechen lohnt. Lasst uns über den Flow sprechen, dieser Moment, indem es kein Links und kein Rechts mehr gibt – auch nicht umgekehrt -, indem die Zeiserln zwitschern als bekämen sie a Geld dafür. Wer kennt es nicht, der Augenblick, von dem ab man sich schon allein aus dem Grund keine Sorgen mehr machen muss, da man eh nicht mehr in der Lage ist, sich Sorgen zu machen – selich sann die Bemürften? Die bitte was, die Bemürften? Joah! Ah, die Bemürften, vielen Dank, i dacht schun, i hätt mi vlleicht verheat. Wissen sie, meine Kontaktlinsen ... Nein, der Flow ist doch etwas ganz anderes, der hat nun mal nichts mit Aktenschränken und kleinen vom Aussterben bedrohten, nichtsdestotrotz durchaus fiesen Kleinstamöben zu tun - wie kamen die jetzt ins Spiel? – er ist auch kein Spiel, hat nichts mit freidenkerischen Eskapaden zu schaffen. Ihr wisst doch, der Flow, dieses ... pah ... oder, kennt doch jeder, ist jetzt vielleicht ’n bisschen schwer in Worte zu fassen, ist ja nicht jedermanns Sache, na die Sache mit den Worten, der Junge sollte mehr lesen, gute Bücher, wir empfehlen die guten Bücher, di der großen Schriftsteller, Menschen die Schriften stellen sollten ein generelles Misstrauen bei uns auslösen, was machen sie, ich bin Plattenproduzent, und sie, ich stelle Schriften, was ist befremdlicher, wem sollte man mehr misstrauen, mit wem sollte man auf keinen Fall einen Bausparvertrag abschließen, unter wessen Tätigkeit kann man sich weniger vorstellen, zur Linken sehen sie hier unsere Plattenproduzenten, hallo, ich bin hier wegen der Schriften, hören sie, schön gestellt sollten sie sein. Und so rennt man dann durch dieses Labyrinth mit dem unaussprechlichen Flow im Nacken und diesen treibenden abgedämpften Gitarrenklängen in der Birne. Verstehen sie, ich habe immer gehofft, dass man mit dem Schreiben aus dem Schreiben herauskommt. 1. Es ist doch letztlich langweilig, wenn man sich die ganze Mühe macht, um dann hinterher die paar Seiten dann – wenn auch mit sattem Klang – auf die Theke zu hauen. 2, Es wäre toll, wenn es da noch etwas Anderes gäbe. Etwas Anderes, ein Begriff, der gestresste Managerseelen höher schlagen lässt. Da steht man dann einsam bei einer Saukälte an der Haltestelle und wartet auf den stündlichen Überlandbus, der dann auch mit einer geringen Verspätung von geschätzten 22, 3 Minuten endlich aufkreuzt, und während sich die Tür mit einem zischenden Geräusch öffnet, betritt man mit wärmenden Atemzügen gegen die kälteblauen Finger den Innenraum, aber ehe sich die Menschen auch nur orientieren können, brüllt man mit angerauter Stimme „Da gibt es etwas Anderes.“ Und geht dann stiften. Ist es Panik, ist es Entsetzen, vielleicht die Hoffnung, ja, ist es vielleicht sogar der Flow selbst, der ohne Absprache von den Fahrgästen Besitz ergreift? Wir wissen es nicht, aber wir rennen einfach weiter und wissen, dass alles mit rechten Dingen zugeht, das Linke eh nur Mittels Frau Wus Experiment vom Rechten zu unterscheiden ist, und so nun eins zum anderen führt. Wenn das so ist, dann ist das so, und hier angesetzt kommt dann auch wieder das Nächste, und wir sind betrübt, und wir sind guter Dinge, der Flow macht den Moment zu einer Farce, die Farce zu einem Witz und übrig bleiben dann kalte und superharte Bröckchen, die nicht nur der Wissenschaft dann wieder große Rätsel aufgeben werden, sondern auch von uns in unspektakulärer Weise zu einer neuen Architektur gebraucht werden. Es wäre nett das Gerüst soweit zu verschieben, dass sich das Schuppenkleid zwangläufig von diesem ablöst – für einen Moment gewinnt man dann den Eindruck des Doppelblicks, zweifach im Flow – habe ich euch verloren? |
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Geschrieben von tk
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Donnerstag, 9. Oktober 2008 |
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.... tag für tag kennt man eigentlich nur noch den einen gedanken, man geht morgens aus dem haus und abends kommt man nach hause und man hat nur noch den einen gedanken, mensch, sagt man immer wieder zu sich selbst, mensch, sagt man, mensch, wann schmeißt du endlich den ganzen bäppel hin, einfach, klatsch, ab jetzt könnt ihr euren dreck alleine machen, ich bin doch nicht euer wurschtsepp, ich mach da nicht mehr mit, hier, da könnt ihr gleich mal anfangen, da nehmt ihr jetzt den ganzen quatsch mal in die hand, wurschtsepp ist nicht mehr, ende, ich sage euch e n d e, so denke ich manchmal, immer öfter, eigentlich immer und das ohne eigentlich, es wird die zeit kommen, wartet’s nur ab, mit mir könnt ihr das dann nicht mehr länger treiben, und kein mensch wird sich dann jemals wieder an mich erinnern, der wurschtsepp, war da mal was, nee, nee, ich wandle nämlich dann auf anderen pfaden, jo, das wisst ihr jetzt genau, amöbengemurkse, das möchte ich zu euch mal sagen, nicht wahr, irgendwann kommt der tag, keine sorge.... Macht jemand mal bitte das Licht an. Danke. Im Dunkeln fängt man eh nur zu phantasieren an, und dann flüstert man nur noch, hm. |
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Geschrieben von tk
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Mittwoch, 1. Oktober 2008 |
Der Wunschprinz tritt auf der Stelle, gemütlich, er hat gerade einige Besorgungen gemacht, was fürs Bad, einige Lebensmittel, es ist ein kühler aber sonniger Tag. Der Wunschprinz befasst sich regelmäßig mit dem Phänomen der Auffassung. Auffassung, sagt er, ist eine tolle Sache, man hat sie oder man hat sie nicht, es spielt keine Rolle, und weil es keine Rolle spielt, tut es auch keinem weh. Im Frühjahr vor 3 Jahren hat sich der Wunschprinz mit einem kleinen Gefolge auf nach Andalusien gemacht, eben um diese seine Auffassung bestätigt oder widerlegt zu bekommen. Andalusien, sagt der Wunschprinz, drängt sich in dieser Hinsicht förmlich auf, denn in Andalusien ist es immer warm, und wer sich dort aufhält kann sich hemmungslos den Auffassungen hingeben. Und so kommt es, dass der Wunschprinz zu Ergebnissen gelangt, die so niemand hat erahnen können, insbesondere – und das ist das Traurige an der Sache – insbesondere der Wunschprinz selbst nicht. Bei manch einer Flussfahrt hat der Wunschprinz durchaus der Verdacht geäußert, dass da mehr drin stecken könnte, als man es zunächst vermuten möchte, aber nie hat er dabei an diese Ausmaße, respektive Abweichungen gedacht. Wer hätte auch ahnen können, dass es sich mit den Auffassungen im Grunde und wenn man es ehrlich und wertneutral betrachtet um das genaue Gegenteil dessen handelt, was man zunächst davon hat denken müssen. Auffassungen, so der Wunschprinz heute, Auffassungen können einem ganz schön weh tun. Dabei steht nicht einmal der Fremdfaktor im Vordergrund, die Hauptverletzungsgefahr geht von einem selbst aus. Nehmt es mir nicht krumm, sagt der Wunschprinz immer wieder, ich habe die Auffassung unterschätzt. Von dem Augenblick, da der Wunschprinz solches erstmals geäußert hat, ist nichts mehr, wie es war, Auffassungen stehen nicht mehr für die hedonistische Haltung, mit der man sie zuvor noch synonym zugeordnet hat. Mit Auffassungen sollte man kein Schindluder treiben, sagt der Wunschprinz und lockert seinen Schritt, indem er seine Besorgungen wieder aufnimmt. |
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