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Geschrieben von tk
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Montag, 24. Oktober 2011 |
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IT ME ZOE Ein mikrotonaler Essay Labor: Sprache + Musik von Thomas Kurze Was ist eigentlich Literatur? Eine Sehnsucht, eine Anleitung, eine Existenzaussage, ein Muster, eine Verknüpfung unvereinbarer Sachverhalte, ein Erklärungsversuch, die eigene Stellungnahme ins rechte Licht zu rücken? Oder doch alles zusammen und wieder nichts davon, weil, ja noch soviel mehr? Musik, das ist doch klar, aber Literatur? Vielleicht kommt man ja einer Antwort auf die Frage nach der Literatur näher, wenn man, ja, Musik vielleicht. „Die Grenzen unserer Sprache, sind die Grenzen unserer Welt.“ schreibt der Philosoph Wittgenstein, also wenn man jetzt über die musikalische Sprache, ich meine, es ist ja nur ein Experiment, und vielleicht findet man am Ende auch noch eine Existenz, das Ich, selbstend? 2. November 2011, 20.00 Uhr, Eintritt frei Zentrum junge Literatur/Textwerkstatt Literaturhaus, Kasinostr. 3 64293 Darmstadt |
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Geschrieben von tk
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Sonntag, 23. Oktober 2011 |
... wohl kaum die Fetzen fliegen, immer diese Aufrufe zum blinden Aktionismus, ich mag Texte, die in sich, ich meine, Ruhe ist doch das, um was es doch eigentlich geht, davon rede ich doch, man kennt das, man macht sich einen Plan, vielleicht schweigen oder so, alles in Ruhe angehen, dann ausbessern, dann in sich ruhen, eine einzige, wie sagt man, einzige Meditation, ich mag es, wenn die Dinge ruhen, es ist so schön, wenn alles ganz, man muss nicht immer gleichzeitig auf allen, Hochzeiten werden eh überschätzt, Hoch-Zeiten, ich mag den Durchschnitt lieber, der Durchschnitt wird unterschätzt, man glaubt sich ständig zerreisen zu müssen, muss man nicht, muss man, wer sagt so etwas überhaupt, da kann man ja allen möglichen, wie soll ich sagen, irgendjemand sagt etwas, dann geht es los, warum, ich frage jetzt mal ganz bescheiden und voller, mit der Demut ist es eh so eine Sache, wer zeigt sie denn heute noch, ein altmodischer Begriff, sagen alle, du bist ja ein so was von konservativer Mensch, aber Menschen müssen in sich ruhen, müssen den alten Traditionen nachgehen, wie wäre es beispielsweise gewesen, wenn es den Konservativismus nicht, also, wenn alles immer hektisch daher gekommen wäre, wenn die Ideen immer nur durcheinander geflogen wären, ich meine, das geht doch nicht, das kann gar nicht gehen, woher wüsste ich dann überhaupt etwas, woher wüsste ich dann beispielsweise etwas über Plinius den Älteren, muss man ja nicht wissen, man kann sich auch den ganzen Tag, was nehmen wir jetzt als Beispiel, also vielleicht mit dem Spitzen von Bleistiften, oder sagen wir Skateboard fahren, egal, wichtig ist nur, dass man sich für die Sachen Zeit nimmt, man darf nicht glauben, dass sich etwas ändert, wenn es nur schnell geschieht, ich persönlich ziehe ja die Ruhe vor, es bedarf gar nicht so viel, dass man sich beschäftigen kann, man kann doch einfach mal einen Gegenstand hernehmen, hier, ich nehme jetzt diesen Saunaaufgusslöffel, so und dann erkenne ich sofort, aha, das ist jetzt Holz, da bedarf es gar keines weiteren digitalen Dingsbums mehr, das ist doch eine Illusion, man kann soviel über einen einzelnen, also, Gegenstand in Erfahrung bringen, man nimmt so einen Saunaaufgusslöffel, allein das Wort, drei Doppelbuchstaben, zwei Doppelkonsonanten und ein Doppelvokal, allein das genügt doch, dass man sich jetzt, sagen wir, viele Minuten oder auch Wochen mit dem Wort beschäftigt, es geht heute alles, also, die Menschen glauben, sie müssten jetzt immer mehr, aber das ist Quatsch, die einfachen Dinge, die sogenannt einfachen Dingen bergen schon soviel Material in sich, da ist man schon komplett überfordert, eigentlich müsste es noch viel weniger sein, zurück zum Nichts, müsste man proklamieren, zurück zu den allereinfachsten Dingen, nur so kann es weitergehen, wenn man nichts mehr weiß von dem, was es da alles schon gegeben hat, dann dürfte man auch gar nicht erst zu den nächsten Dingen übergehen, man bleibt bei den kleinsten, beispielsweise braucht man gar nicht erst bei den Saunaaufgusslöffeln anzufangen, wenn man doch auch Zahnstocher, oder sagen wir, wir nehmen einfach einen Baum, woher kommt er, wohin, na gehen wird er nicht, aber es ist schon interessant, sich einfach mal mit der Natur zu beschäftigen, ganz ruhig, man läuft durch den Wald, kennt man, man läuft da so und dann gibt es da Bäume und kleine Käfer, es ist wirklich eine tolle Sache, ganz ruhig wird man da, ich meine innerlich, man kann ja ruhig weitergehen, warum auch nicht, man muss nicht immer stehen bleiben, man braucht nicht die Zeit anzuhalten, dazu gibt es zunächst einmal keine Notwendigkeit, man kann sich sagen, so, jetzt gehst du mal ganz ruhig durch den Wald, und eben der wird dann das Seinige dazu beitragen, dass man noch ruhiger wird, etwas Industrielles wie ein Saunaaufgusslöffel, die Menschen glauben ja bereits mit einem solchen Saunaaufgusslöffel der Natur irgendwie näher gekommen zu sein, das ist Quatsch, ich kannte mal einen, der dachte doch tatsächlich, nee, erzähle ich jetzt nicht, ich will nicht abschweifen, bei der Sache bleiben, bleibe bei den Sachen, das könnte doch so original bei Seneca stehen, bei Seneca oder bei Marc Aurel, die haben die Ruhe weggehabt, ich gestehe, so weit bin ich noch nicht, aber ich arbeite an mir, ich könnte auch sagen, es arbeitet an oder in, sagen wir, mit mir, man weiß nie so ganz genau, was Ursache und Wirkung ist, man malt sich das so hin, ganz toll, verbindet zwei Sachen mit einem Pfeil und dann scheint klar zu sein, was der Anfang und was, ich will jetzt nicht sagen das Ende, aber irgendwie so etwas wie eine Wirkung, geht ja weiter, immer weiter, das verhindern auch die Konservativen nicht, warum auch, die Dinge liegen im Fluss, fließen, sie fließen, also im Fluss, sie sind im Fließen, im Fluss begriffen, ich wüsste gar nicht, an welcher Stelle es da fetzen, also, klar, oder? |
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Geschrieben von tk
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Freitag, 21. Oktober 2011 |
..., die einen Titel tragen, der eine Zeitenwende oder Schöne Tage versprechen? Ist suggestiv gefragt, zugegeben, muss man heißt es da, natürlich muss man nicht, warum auch, man kann sich auch Spaghetti durch die Nase ziehen, es gab in Paris diesen Typ, der sich immer Löffel in die Nase gesteckt hat, habe ihn später auch auf Plakaten gesehen, ist eine kleine Berühmtheit geworden mit seinen tollen Tricks, man sieht, geht auch, man muss also nicht, nein, genießen sie ihre Freiheit, wäre doch doof, wenn man immer machen müsste, was in suggestiven Fragen so angeregt wird, ja, gefordert, es ist ja eine moralische Forderung, Du musst! steht da dahinter, früher hat man immer gesagt, dass man nur sterben muss, und dann kam dieser Franzose, nicht der mit den Löffeln, sondern der mit den Büchern, hat gesagt, dass man immer muss, dass man gar keine andere Wahl hat, er meinte damit das Wählen, soweit ich es verstanden habe, stand wahrscheinlich in seinem Morgenmantel neben der Anrichte und fragte sich, was er jetzt als nächstes machen will, und stellte fest, dass er zumindest die eine Wahl nicht hat, nämlich die zur Wahl, hätte einfach stehen bleiben können, eine Oblomowerei, i would prefer not to, nein, man muss keine Texte lesen, die besagte Titel tragen, aber jetzt och noch mal, jenseits der condition humaine, man kann ja sagen, das sind jetzt die Prämissen, o.k., what’s next, man hat da einen Text Zeitenwende und dann, liest man den jetzt oder eben nicht, und dann stellt man fest, och, das ist jetzt mal ein doofer Titel, was ja die Suggestion schon nahegelegt hat, es gibt Titel, die muss man einfach nicht lesen, man kann im Laufe der Zeit schon ein gewisses Gespür, wie man sagt, entwickeln, was ein doofer Titel ist, und dann gilt der alte Leitspruch, glauben sie mir, was draufsteht ist, ist auch drin, und bitte jetzt nicht wieder diese pädagogischen Motivationen unterstellen, Suggestionen sind super, aber nur wenn man sie selbst ausbreiten kann, man muss sich doch fragen, was wird ein Titel wie Zeitenwende oder Schöne Tage für mich bereithalten, gar nicht so sehr, in wie weit werde ich durch solche Texte profitieren, ob mich jetzt in Kafka’scher - nicht kafkaesker! – Weise die Texte schockieren müssen, oder ob ich dann doch lese, um mich erbauen zu lassen, die Titel sind so gefasst, dass man sich auch gleich Löffel in die Nase stecken kann, oder eben Spaghetti. ..., die Figuren wie Jürgen oder Miriam offerieren? Zäumen wir mal das Problem von hinten auf, das Pferd wird in dieser Hinsicht nicht scheuen: Was müsste denn geschehen, dass ich einen Text lese, der solche Figuren als Protagonisten präsentiert, nun, da viele mir zunächst eine Verdopplung ein, gerne eine noch höhere Vervielfachung, Jürgen 1-5, es gibt eh keinen Grund, weswegen man die Figuren in einem Text unterscheiden muss, sie sind eh nicht real, bei realen Personen hat man immer das Problem der eigenen Befindlichkeit, wenn man einen Namen nicht mehr weiß, dann sieht die andere Person ihre Identität angekratzt, wenn man aus Diethelm einen Friedhelm macht, kann das gerne mal zu persönlichen Verwürfnissen führen, mein eigener Name selbst – und es rede mir jetzt keiner von Nabelschau - trägt das genetische Potential zur Falschverwendung in sich, ich sage nur R, nicht n, aber bei Figuren, die sich in einem Text tummeln, spielen solche Empfindlichkeiten keine Rolle, man könnte auch alle Figuren in sämtlichen Büchern Ismael nennen, ich wüsste keinen Grund, das nicht zu machen, Als Ismael eines Tages aus unruhigen träumen erwachte ... und so, und dann gibt es da auch keine Mutter, keinen Vater, die Schwester, den Herrn Prokurist, keine Haushälterin, ja selbst die kleine Modefotografie an der Wand zeigt einen Ismael, warum nicht, da ist der Name Jürgen in diesem Zusammenhang schon fast dankbar, eine Welt voller Jürgen oder eben Miriam, auch die Geschlechtertrennung ist überflüssig, man kann die Welt einfach einteilen in Jürgen oder nicht Jürgen, also zum Beispiel Schränke, Autos und Positronenbeschleuniger, oder man entscheidet sich zu einem sehr frühen Zeitpunkt eben für eine Miriam, besser für viele Miriame, Miriam wacht aus unruhige Träumen auf und ist zu einer ungeheuren Miriam verwandelt, und dann klopft irgendwann Miriam und will wissen, warum Miriam nicht schon unterwegs ist, über die Ökonomie eines Textes wird eh viel zu wenig nachgedacht, das ist mein Vorschlag für eine Figurenbremse, man kann nicht immer neue Figuren erfinden, dann heißen die eben dann auch gleich Jürgen oder Miriam, nee, oder, man könnte auch sagen, nu, es gibt eh nur noch eine Figur, die in verschiedenen Schichten auftritt, Miriam 2. Schicht von innen, und dann kommen die Psy-Leute wieder an und fragen nach dem Kern, schaut nach Lübeck, sage ich da, was ist bitteschön da der Kern. |
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